Geschichten rund um den Goslarer Weihnachtsmarkt

Goslar und der Goslarer Weihnachtsmarkt gehören heute für viele Menschen unzertrennlich zusammen, nach allgemeiner Auffassung ist der Weihnachtsmarkt die wichtigste Veranstaltung in der Stadt Goslar.

Viele Weihnachtsmärkte in Deutschland, gehen auf spätmittelalterliche Verkaufsmärkte zurück, wie zum Beispiel dem Nürnberg Christkindlesmarkt, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach und nach zu einem vorweihnachtlichem Brauchtum wurden.

In Goslar fand als ein Vorläufer des Weihnachtsmarktes, der erste Weihnachtsbasar, initiiert von dem evangelischen Hilfswerk, 1951 im Schützenhaus statt. Zwar sollte es vor dem zweiten Weltkrieg bereits Weihnachtsmärkte in Goslar gegeben haben, es liegen jedoch keine näheren Informationen vor.

Der Goslarer Weihnachtsmarkt wurde offiziell zum ersten Mal, unter der Bezeichnung Weihnachtsbasar, vom 1. bis 23. Dezember 1967 zwischen dem damaligen Ring-Kaufhaus (heute Karstadt) und den Kammerlichtspielen (heute Kaiserpassage) im Gosewinkel veranstaltet.

1968 zog der Weihnachtsmarkt schließlich zum Marktplatz um, dort veranstaltete die Stadtverwaltung Goslar nach dem Vorbild großer Städte wie Aachen, Köln und Nürnberg zusammen mit findigen Schaustellern, die für die kalte Jahreszeit ein zweites Standbein suchten, mit 7 Ständen den Goslarer Weihnachtsmarkt.

In den 70er Jahren gehörten zu den Besuchern des Weihnachtsmarktes hauptsächlich die Bürger/innen der Stadt Goslar und die in der Vorweihnachtszeit zahlreichen Besucher der Stadt aus dem näheren Umland, die in Goslar, der Einkaufsmetropole des Nordharzes, ihre Weihnachtseinkäufe besorgten. Die Öffnungszeiten der Verkaufsstände waren an die Ladenschlusszeiten gekoppelt, so dass nach Ladenschluss und Sonntags ausschließlich das Kinderkarussell und der Bratwurststand geöffnet hatten.

Einen ersten Anschub erhielt der Weihnachtsmarkt 1987, als unter Federführung der damaligen Werbegemeinschaft Goslar, einer Vereinigung des Einzelhandels der Innenstadt, das Ziel ausgegeben wurde, den Goslarer Weihnachtsmarkt bis 1990 zu dem bekanntesten und liebenswertesten Weihnachtsmarkt in Norddeutschland zu etablieren. Lebte der Weihnachtsmarkt in Goslar bis dahin hauptsächlich von den Besuchern der Einkaufsstadt, sollte sich das in den nächsten Jahrzehnten völlig ändern, die Einzelhändler, Gastronomen und Hotels profitieren zunehmend von der großen Anzahl der Besucher, die aufgrund des attraktiven Weihnachtsmarktes in der Zeit von Ende November bis Ende Dezember nach Goslar kommen.

Anfang der 90er Jahre hatte sich das Angebot des Goslarer Weihnachtsmarktes auf ca. 40 Aussteller erweitert. Die Stände wurden ansprechender gestaltet und neu angeordnet. Der Weihnachtsmarkt war inzwischen so attraktiv, dass von Seiten der zahlreichen Besucher immer stärker der Wunsch geäußert wurde, den Markt auch an den Feiertagen zu öffnen.

Den endgültigen Durchbruch bei Besuchern und Goslarern, die inzwischen sehr stolz auf Ihren Weihnachtsmarkt sind, erreichte der Goslarer Weihnachtsmarkt, nachdem er in die Verantwortung Goslarer Marketing Gesellschaft gegeben wurde. Der Marketinggesellschaft gelang es die Qualität des Angebotes auf dem Markt deutlich zu steigern, das Ambiente so zu gestalten, dass der Markt innerhalb der mittelalterlichen Gebäude rings um Marktplatz, Marktkirchhof und Schuhhof zu einem wahren Schmuckstück geworden ist. Die Gestaltung der Weihnachtsmarktstände, inzwischen auf 80 angewachsen, wurde von Jahr zu Jahr immer ausgefeilter und viele neue Hingucker wurden geschaffen.

Der Weihnachtswald kommt in die Stadt

Anfang November 2003 erhob sich ein lautes Getöse in der Goslarer Altstadt und so mancher Passant wunderte sich, als mit einem überdimensionalen Staubsauger auf dem Schuhhof zwischen den Steinen des altehrwürdigen Kopfsteinpflasters viele runde Löcher gesaugt wurden. Darin wurden tiefe Hülsen versenkt und der ganze Spuk wieder mit Pflastersteinen verschlossen, so dass anschließend nichts mehr zu sehen war. "Was soll denn das?" War allenthalben in der Stadt zu hören.

Das Rätsel löste sich erst am 21. 11. 2003 auf, als die Goslarsche Zeitung berichtete, dass der Wald in die Stadt kommt und der Schuhhof zum Fichtenwald wird. Diese Nachricht löste bei vielen Goslarer/innen erheblich Skepsis aus, die sich jedoch schnell legte, als der Goslarer Weihnachtswald zum ersten Mal im Glanz vieler tausend Lichter erstrahlte. Seitdem ist der Weihnachtswald fester Bestandteil des Goslarer Weihnachtsmarktes und aus der Stadt in den Monaten November und Dezember nicht mehr wegzudenken.

Die ersten interessierten Zuschauer finden sich jedes Jahr bereits vor Eröffnung des Weihnachtsmarktes ein, um den Aufbau des Goslarer Weihnachtswaldes beobachten.

Es dauerte nicht allzu lange, schon traten die ersten Nachahmer auf. Klugerweise hatte sich die Goslarer Marketinggesellschaft den Begriff Weihnachtswald schützen lassen, so dass Plagiatoren ihre Weihnachtswälder entweder "abholzen"; oder Lizenzgebühren nach Goslar überweisen müssen.

Der Weihnachtswald überstand bisher jeden Sturm ohne Blessuren, aber der Goslarer Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz konnte 2003 dem Sturm nicht standhalten und stürzte am 21. 12. 2013 gegen16:15 um, glücklicherweise entstanden nur geringe Sachschäden.

Kinder Weihnachtswald

Was den erwachsenen Weihnachtsmarktbesuchern recht ist, die gern unter den Fichten mitten in der Stadt ihn heimeliger Atmosphäre ihren Glühwein trinken und plauschen, sollte für die Kinder nicht fehlen. Damit auch die Kinder auf ihren Weihnachtswald haben, entsteht seit 2004 jedes Jahr an der Marktkirche ein Mini-Weihnachtswald, durch den unsere lieben Kleinen in einer Eisenbahn kutschiert können.

Bürgermeister und Weihnachtsmarkt

Die Bürgermeister der Stadt Goslar standen und stehen hinter dem Goslarer Weihnachtsmarkt. Schließlich ist er inzwischen von den Veranstaltungen, die Goslar zu bieten hat die weitaus wichtigste für die Stadt und ihre Besucher.

Trotzdem gibt es ein ambivalentes zwischen Bürgermeistern und Weihnachtsmarkt in Goslar. Konnten Anfang der achtziger Jahren des 20. Jahrhundert die Goslarer Bürger noch erleben, wie der damalige Oberbürgermeister Herbert Werner den großen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz persönlich vor "böser Bubenhand" schützte, gab es Anfang des 21. Jahrhunderts einen Oberbürgermeister, der die Veranstalter des Goslarer Weihnachtsmarktes immer wieder mit "Weihnachtsgeschenken" überraschte, die niemand haben wollte.

Zuerst wurden die Übergangsflächen zwischen Weihnachtsmarkt und Weihnachtswald nicht als Marktflächen ausgewiesen, damit es für die Besucher nicht ganz so einfach war, den Weg zwischen den beiden Veranstaltungsorten auf Anhieb zu finden. Zusätzlich wurde die Haltestelle für die Bimmelbahn so platziert, dass die Bahn während der Fahrpausen als Schranke zwischen Weihnachtsmarkt und Weihnachtswald fungierte. Der unbedingt während der Weihnachtsmarktzeit notwendige Bus Linienverkehr zwischen beiden Teilen des Weihnachtsmarktes half zusätzlich dabei.

Einmal war es eine eine Fichte, die viel zu hoch war und zur Gefährdung für die öffentliche Sicherheit wurde - oder wurde doch nur ein bestimmtes Fenster des Rathauses durch die Fichte zu sehr verdeckt? Ein anderes Mal mussten während des Weihnachtsmarktbetriebes unbedingt Tiefbauarbeiten auf dem Marktplatz ausgeführt werden, damit ein Gedenkstein aufgestellt werden konnte.

Zu guter Letzt schließlich sollten die Weihnachtsmarkthändler den gesamten Markt in nur 2 Tagen aufbauen, damit das Stadtbild nicht zu lange beeinträchtigt wurde.

Nun sei es drum, der Goslarer Weihnachtsmarkt hat dieses alles unbeschadet überstanden und inzwischen sind die Gefahrenpotentiale und Hindernisse auch nicht mehr vorhanden - Noch etwas hat sich geändert, es gibt einen neuen Bürgermeister, denn der bisherige - einmalig in Goslar - wurde von den Einwohnern der Stadt tatsächlich abgewählt.

Ein bleibendes Denkmal zur Erinnerung an diesen Oberbürgermeister steht als Mahnmal übrigens immer noch (Stand Januar 2017) auf dem Goslarer Marktplatz, inmitten des Weihnachtsmarkt. Im Jahr 2010 also vor nunmehr über 6 Jahren wurde bei laufendem Weihnachtmarkt, direkt vor der Touristinformation der Marktplatz aufgerissen und ein Fundament für einen tonnenschweren Erzbrocken aus dem Rammelsberg der Marktplatz gesetzt. Sämtliche Verantwortlichen waren sich einig, dass der Standort nicht optimal sei und der Gedenkstein, der zum 750. Knappschaft - Geburtstag, am 28. Dezember (natürlich wieder während des laufenden Weihnachtsmarktes) enthüllt werden sollte, danach an einem geeigneteren Standort versetzt werden sollte. Soviel zu den guten Absichten....

Prominenz auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt

Als Goslarer ist Sigmar Gabriel, der in vielen politischen Rollen tätig war und ist, vom Ministerpräsidenten Niedersachsens über Umweltminister bis hin zum Wirtschaftsminister und Vizekanzler, Stammgast auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt.

2009 beehrte Altkanzler Gerhard Schröder mit dem finnischen Ex-Premier Paavo Lipponen den Goslarer Weihnachtsmarkt und hatte viel Vergnügen bei seinem Besuch.

Es passiert auch schon einmal, dass ein Goslarer Ratsherr, Rüder Wohltmann, als Osterhase verkleidet auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt erscheint, weil er eine Wette verloren hat.

Saly, eine Gans aus Grasdorf , wohl eher zu den "B oder C Promis" zu zählen, erhielt bei ihrem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar 2013 jedoch die volle Aufmerksamkeit der Marktbesucher, die sonst nur Prominenten zuteil wird. Sie soll übrigens des Weihnachtsfest überlebt haben.

Es sind nicht nur Prominente auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt, sondern der Weihnachtsmarkt selbst ist inzwischen so bekannt, dass er selbst häufig prominent in den Medien vertreten ist. Es freut die Goslarer Bürger und erfüllt sie mit stolz, wenn wie 2012 Ihr Weihnachtsmarkt sogar zum Thema in den Heute-Nachrichten des ZDF wird.

Musikanten auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar

Aufhalten kann den Besucherandrang auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar nur das Wetter - Falsch, nicht nur das Wetter, viel häufiger beeinträchtigen falsche Wettervorhersagen und Verkehrsmeldungen den Erfolg des Weihnachtsmarktes.

Feierlich wird die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, wenn in regelmäßigen Abständen vor dem Rathaus verschiedene Bläsergruppen und Chöre Weihnachtslieder vortragen.

Und die junge Generation kommt voll auf ihre Kosten, wenn der DJ am Freitag und Samstag zur Weihnachtsdisko im Innenhof des Schiefer ruft und es richtig krachen lässt.

Weihnachtsmarkt, Wetterprognosen und Verkehrsfunk

Die Besucher des Goslarer Weihnachtsmarktes können sich an vielfältigen musikalischen Darbietungen erfreuen. Es gibt wohl kaum einen Besucher, der nicht Gitli-Ingrid und Manfred Glas von der Mascheroder Drehorgelmusik und die vier musizierenden Weihnachtsmänner kennen. Wenn sie mit ihren Drehorgeln bzw. Blasinstrumenten über den Weihnachtsmarkt ziehen, werden sie sofort von Menschentrauben umringt. Je später der Abend, desto interessanter werden die Weisen der vier musizierenden Weihnachtsmänner - woran das wohl liegen wird?

Goslar liegt bekanntlich am nördlichen Harzrand, der Harz ist ein Mittelgebirge und im Gebirge liegt im Winter Schnee. Meldet der Verkehrsfunk dann Behinderungen im Harz wegen Schneeglätte, kann es sein, dass im Harz auf 600 m Höhe tatsächlich eine geschlossenen Schneedecke auf den Straßen liegt, in Goslar, das auf 255 ü. NN liegt, jedoch keine einzige Schneeflocke zu sehen ist.

Hören Weihnachtsmarkthändler beim Frühstück solche Verkehrsmeldungen bitten sie inständig, dass die Redakteure der Verkehrsnachrichten endlich einmal zwischen Oberharz und Unterharz in ihren Nachrichten unterscheiden, damit die potentiellen Besucher nicht von Ihrem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar abgehalten werden.

Besonders ärgerlich ist es auch für die Goslarer Weihnachtsmarkthändler (tatsächlich sind ein gutes Drittel der Händler auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt direkt aus Goslar), wenn die Wetterfrösche wie 2013 geschehen mit dem Tief Xaver ein Wetterchaos prophezeien und nichts passiert.

Aber so ist es mit dem Wetter, während eine Schneeflocke in Hamburg ein Schneechaos verursachen kann, trägt sie in Goslar zur schönen Atmosphäre des Weihnachtsmarktes bei.

Am Erfolg des Goslarer Weihnachtsmarktes wir stetig weiter gearbeitet

Damit der Goslarer Weihnachtsmarkt weiter attraktiv für die Besucher sein wird, werden jedes Jahr ein neue Angebote oder eine Verbesserungen ins Leben gerufen. Einige Ideen etablieren sich auf Dauer, anderen bleibt dies verwehrt, weil sie sich im Nachhinein als nicht ganz so erfolgreich erweisen. Einen Versuch wert sind sie alle.

"Die lange Weihnachtseinkaufsnacht", in der die Geschäfte der Stadt und auch der Weihnachtsmarkt bis 22:00 Uhr geöffnet hatten, war solcher Fehlversuch, der wieder eingestellt wurde. Das gleiche Schicksal wurde dem Goslarer Weihnachtszirkus zuteil, der 1999 und 2000 auf dem Osterfeld in einem Zirkuszelt veranstaltet wurde. Auch dem in den Jahren 2009 und 2010 jeweils am 30. 12. zur Silvester Open-Air Party umfunktionierte Weihnachtswald wurde kurzfristig wieder der Garaus gemacht. - Aber auch diese nicht ganz gelungenen Beispiele sind ein Beleg für die unerschöpfliche Kreativität der Goslarer Marketing Gesellschaft und der Weihnachtsmarkthändler.

Dem gegenüber stehen viele erfolgreiche Projekte. Der Baum der Hilfe, für den die Weihnachtskrippe gern zur Marktkirche umzog, ist so ein Beispiel. Der Lions Club errichtet jedes Jahr direkt unter dem riesigen Weihnachtsbaum einen Glühweinstand, an dem Besucher natürlich Glühwein bekommen, aber zusätzlich für eine Spende per Knopfdruck ein Licht am Weihnachtsbaum einschalten können. Schließlich brennen irgendwann beeindruckende 50.000 Lichter an dem Baum.

Der 2007 erstmals dazu gekommene Weihnachtsmarkt im Hinterhof des Henry`s, heute Schiefer, wurde auch ein langfristiger Erfolg. Er entwickelte sich innerhalb der Jahre zur Chrismas Party, die an den Freitag und Sonnabend Abenden bei den jungen Besuchern auf großen Zuspruch trifft.

Weihnachtsmarkt unter Tage im Rammelsberg

Seit dem Jahr 2000 wird zusätzlich zu dem Weihnachtsmarkt auf dem Goslarer Marktplatz im Goslarer Weltkulturerbe, dem Besucherwerk Rammelsberg am dritten Adventswochenende ein "Weihnachtsmarkt unter Tage" veranstaltet. Besucher können den Röderstollen im Kerzenschein bewundern und in den Räumen über Tage werden an Verkaufsständen Weihnachtsartikel angeboten.

Die Himmelsleiter auf den Marktkirchturm

Besonders nach Einbruch der Dunkelheit lohnt es sich, die nur einige Schritte vom Weihnachtsmarkt entfernte "Himmelsleiter" zum Turm der Marktkirche hinaufzusteigen, um von dort den eindrucksvollen Blick auf den beleuchteten Weihnachtsmarkt, den Weihnachtswald und den fantastischen Blick über die gesamte Stadt Goslar zu genießen.

Goslarer Weihnachtsmarkt international

Auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar begrüßen wir Besucher aus der ganzen Welt, nicht nur aus Europa, wie zum Beispiel aus Spanien, Dänemark, Großbritannien, der Schweiz, Norwegen und Finnland. Auch Australien und Asien lassen sich Touristen vom Goslarer Weihnachtsmarkt bezaubern. Nachdem 2014 die deutsche Botschaft in den USA ihre Weihnachtsgrüße in Zeitungsanzeigen mit einem Bild des Goslarer Weihnachtsmarktes veröffentlicht hat, begrüßen wir nun auch hin und wieder Besucher aus den USA.

Die Veranstalter und die Betreiber des Goslarer Weihnachtsmarktes.

Der Erfolg des Goslarer Weihnachtsmarktes ist zweifelsohne auf die hervorragende Arbeit der Goslar Marketing GmbH zurückzuführen. So wurde 2016 aus der Not eine Tugend gemacht. Nach 3 leidvollen Jahren war die Baustelle am Rathaus auf der Marktplatzseite endlich zur Freude sämtlicher Beteiligten beendet. Schon wurde sie auf der Rückseite fortgesetzt. Das bedeutete, dass der Durchgang zwischen dem Rathaus und der Marktkirche Anfang November 2016 gesperrt wurde, dem Weihnachtsmarkt nicht zur Verfügung stand und die dort bisher aufgestellten Weihnachtsmarktstände keinen Standplatz mehr hatten. Kurzerhand wurde der schon viele Jahre in etlichen Köpfen der Verantwortlichen geisternde Rundkurs des Weihnachtsmarktes um die Marktkirche herum realisiert. Zur Freude der Besucher und der Markthändler wurde aus den Rundkurs eine richtig runde Sache, die nun aller voraussichtlich nach beibehalten und weiter ausgebaut wird.

Apropos Markthändler, sie sind es, die dem Weihnachtsmarkt neben den Machern der Goslarer Marketing GmbH Flair und Gesicht geben einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Erfolg des Marktes haben. In den letzten Jahren wurde die Qualität der Angebote an den einzelnen Ständen durch die Betreiber stetig verbessert. Neue Produkte und frische Ideen hielten Einzug und die Dekoration der Weihnachtsmarkthütten wurde von Jahr zu Jahr einfallsreicher und schöner. Der Goslarer Weihnachtsmarkt wird nicht nur immer interessanter durch neue Betreiber mit zusätzlichen Angeboten, sondern auch deshalb, weil sich die Markthändler, die seit vielen Jahren dabei sind, immer wieder etwas Neues einfallen lassen und gegenüber den Ideen der Marketinggesellschaft aufgeschlossen sind.

Der Weihnachtsmarkt Goslar ist inzwischen so interessant für Weihnachtsmarktbeschicker, dass sich 2016 sogar ein Holzschnitzer aus Gröden in Südtirol für einen Standplatz beworben und diesen auch erhalten hat. Aber es muss schon etwas Interessantes geboten werden, damit man die Chance hat, dabei zu sein. Das gleiche Sortiment anzubieten, dass bereits vorhanden ist, reicht da gewiss nicht aus. Und auch die Händler, die seit Jahren dabei sind, müssen sich jährlich wieder neu bewerben und beweisen, dass es für den Markt eine Bereicherung ist, wenn sie dabei sind.

Weihnachtsmarkt und Sicherheit

Wie sämtliche Großveranstaltungen unterliegen auch Weihnachtsmärkte Sicherheitsauflagen, die manchmal für die Betreiber einfach nur lästig, teilweise aber auch nur äußerst schwierig umzusetzen sind. Bereits 2009 nach der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade war das Thema Sicherheit für den Goslarer Weihnachtsmarkt ein Thema in der Öffentlichkeit. Vom damaligen Geschäftsführer Michael Bitter hieß es in der Presse: "Wir haben bereits mit Feuerwehrwagen die Rettungswege geprobt - inklusive Wendemanöver. Alles ist okay."

2016 kam mit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt noch eine neue Dimension für die Sicherheit von Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten hinzu. Sofort nachdem das schreckliche Attentat in Berlin verübt worden war, kam es zu den üblichen hektischen Maßnahmen, an deren Wirksamkeit man erhebliche Zweifel haben konnte: Verstärktes Auftreten der Polizei auf den Weihnachtsmärkten, mit Maschinenpistolen bewaffnet und in Schutzwesen gekleidet. Die Sperrung der Einfahrten zum Veranstaltungsraum des Weihnachtsmarktes mit mobilen Sperren usw.

Das ganze Dilemma wurde wohl eher unfreiwillig von einem Verwaltungsbeamten zusammengefasst in dem Satz: "Es gehe dabei darum. ein Sicherheitsgefühl durch eine stärkere Polizei Präsenz zu vermitteln und nach außen deutlich zu machen, dass wir darauf reagieren." - Im Klartext: Im Nachhinein deutlich machen und vermitteln, das etwas getan wird, sprich eine Rechtfertigung für die zuständigen Stellen liefern.

Mit einigem Abstand zu dem Geschehen und immer detaillierteren Informationen kann man heute wohl zusammenfassen sagen, dass wie so oft erst gehandelt wurde, "Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war." Hätten Politiker und zuständigen Behörden im Vorfeld ihren Job gemacht und konsequent gehandelt, wäre den Opfern und uns allen dies vielleicht erspart geblieben. Mit einigem Nachdenken müsste jedem klar sein, eine totale Sicherheit gibt es nicht, selbst nicht in totalitären Staaten, die für die vermeintliche Sicherheit einen hohen Preis in Bezug auf ihre Freiheit zahlen. Klar ist aber auch, dass ein blauäugiges "das schaffen wir" von Politikern keine Lösung anbietet, sondern nur eine Hoffnung audrückt. Es kann und darf nicht sein, dass die Sicherheit des eigenen Volkes an befreundete Staaten delegiert wird. Zudem müssen Behörden und Ordnungskräfte die Gewissheit haben, handeln zu dürfen und zu müssen damit nicht nur Maßnahmen zur eigenen Rechtfertigung nachträglich inszenieren werden.